01.11.18, 12:05

Inneres Team, Rollenvielfalt und äußere Kooperationen

Donnerstag, 01.11.2018 bis Sonntag, 04.11.2018, 10:00 Uhr - 18:00 Uhr

Workshop auf der Tagung "Teile Therapie Tagung" in Heidelberg, 01. bis 04.11.2018. 

Inneres Team, Rollenvielfalt und äußere Kooperationen:
Teilearbeit für die nachhaltige Resilienzförderung und Potentialentfaltung in Therapie, Supervision und Coaching von Bildungs- und Erziehungsarbeiter/innen

Lehrer, Erzieher und andere pädagogische Fachkräfte haben ein besonderes vielfältiges, oft auch diffuses Rollenbild. In ihrer immer komplexer werdenden Arbeitswelt versuchen sie, Kinder in ihrer Entwicklung zu fördern, angemessene Anforderung an sie zu stellen und sie gleichzeitig „Kind sein lassen“. Lernziele gilt es zu erreichen, Leistungsdruck aber zu vermeiden. Schüler kommen mit ganz individuellen Erwartungen und Zielen in den Unterricht, die „kompatibel“ gemacht werden müssen. Manche Lehrer haben ihren Beruf ursprünglich wegen ihrer Begeisterung für ihr Fach ergriffen und finden sich in der Rolle eines Therapeuten wieder. Die Erwartungen von Eltern, Kollegen und Schulleitung, organisationale und rechtliche Rahmenbedingungen sowie die Konkurrenz von Whatsapp, Facebook, Twitter und Co um die Aufmerksamkeit der Schüler fügen weitere Aspekte hinzu.

Die ständig laufende Auseinandersetzung zwischen inneren und äußeren Ansprüchen kann im besten Falle produktiv und potentialentfaltend wirken, durch diese Situation entstehen aber auch besondere Belastungen. Gerade Lehrer erleben es häufig, dass die verfügbaren Ressourcen nicht ausreichen und sie psychisch krank werden. Dabei gerät das Verhältnis zwischen der eigenen Identität und der Identifikation mit dem Beruf aus der Balance (vgl. Freiburger Schulstudie / Joachim Bauer / 2004, Potsdamer Lehrerstudie / Uwe Schaarschmidt / 2006).

Die Vielfalt dieser oder vergleichbarer Arbeitszusammenhänge spiegelt sich in der inneren Dynamik der betreffenden Menschen wieder. Daher scheint das Teile-Modell eine ideale Grundlage für spezifische Unterstützungsangebote zu sein.

Im Tagungs-Workshop stellt der Referent Erfahrungen, Strategien und Methoden einer hypno-systemisch orientierten therapeutischen Arbeit mit Schwerpunkt Teilearbeit für psychisch krank gewordene Menschen in pädagogischen Handlungsfeldern vor und macht sie durch praktische Einzel- und Gruppenübungen erlebbar. Schwerpunkt soll auf dem Übergangsbereich zwischen Therapie und Supervision / Coaching liegen. Eine möglichst lebhafte Diskussion im Plenum unterstützt die Lern- und Reflexionsprozesse der Workshop-Teilnehmer.

Eine zentrale Herausforderung für Therapeuten/innen kann es sein, eigene „Feldkompetenz“ – wenn vorhanden - einzubringen, wenn es hilfreich ist, und es nicht zu tun, wenn eben das hilfreicher ist. Daher ist die Frage, inwiefern ein speziell auf Menschen in pädagogischen Berufen ausgerichtetes therapeutisches Angebot Sinn macht, ein wichtiger Aspekt der gemeinsamen Reflexion, ebenso wie die Grenzen und Übergänge zwischen Therapie und Coaching bzw. Supervision.

Ziele/Lernziele:

1) Strategien und Methoden einer hypno-systemisch orientierten therapeutischen Arbeit mit Schwerpunkt Teilearbeit für Menschen in pädagogischen Handlungsfeldern kennen lernen und ausprobieren

2) Ideen für die Anwendung im eigenen Arbeitsfeld finden

3) Die eigene „Feldkompetenz“ und ihre Nützlichkeit im therapeutischen Prozess kritisch reflektieren