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19.07.2016
17:30

Perspektivwechsel

Wenn man derzeit nach einem aktuellen Aufhänger sucht, um gesellschaftlich relevante Themen einzuleiten, hat man eine reiche Auswahl an Ereignissen, die mit viel Leid verbunden sind und Angst machen können. Der „Brexit“ mutet dabei noch vergleichsweise harmlos an, wenn man die Flüchtlingssituation, die unzähligen Attentate und das, was gerade in der Türkei passiert ist und immer noch passiert, Revue passieren lässt. Die Veränderungen in der Welt scheinen sich in immer höherer Schlagzahl zu vollziehen und ein Überblick, ein Verstehen immer schwieriger zu werden. Viele Handlungen von anderen Menschen sind schwer nachvollziehbar, alles scheint unsicherer und damit auch bedrohlicher zu werden.

Auf der anderen Seite gibt es aber auch unser privates Leben, in dem die großen Themen aus Politik und Gesellschaft – zumindest scheinbar – ausgeblendet werden können. In dem wir uns mit uns und unseren Bedürfnissen beschäftigen können und mit den Menschen in unserer Familie bzw. Freundeskreis. Hier kennen wir uns (mehr oder weniger) aus, wir verstehen die Welt auf dieser Maßstabsebene im Wesentlichen, sie macht für uns Sinn und wir können handeln, können die Dinge in unserem Sinne steuern und beeinflussen.

Verstehen, handeln können und Sinn erkennen, das sind die drei Komponenten des „Kohärenzgefühls“, mit dem Aaron Antonovsky im Rahmen der „Salutogenese“ (Wie entsteht Gesundheit?) beschreibt, was zu einem Erleben von „Gesundheit“ gehört. In diesem Sinne wäre unsere kleine persönliche Welt eher dazu angetan, uns gesund bleiben zu lassen als die große, globale. Dennoch lassen sich beide nicht voneinander trennen, sie sind vielfach miteinander verwoben. Die Angst vor fremden Menschen in unserer alltäglichen Umgebung ist nur ein Beispiel von vielen.

Wir erleben immer nur einen Ausschnitt dessen, was um uns herum geschieht. Wir wählen unbewusst aus, welche der unendlich vielen Informationen in unser Bewusstsein kommen (wir nennen das dann „Wahrnehmung“) und welche nicht. Je bewusster wir uns darüber sind, dass und wie wir auswählen, desto besser können wir mit dieser „Wahrnehmung“ umgehen. Und uns bewusst entscheiden, manchmal das große Bild anzuschauen und manchmal nur einige Detailaspekte.

Ich wünsche Ihnen gutes Gelingen dabei!

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