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10.07.2013
01:36

Großzügig oder gerecht?

 

Möchten Sie eine gerechte Gesellschaft, eine gerechte Bewertung von  Leistungen, eine gerechte Bezahlung, gerechte Strafen? Die meisten werden auf diese Frage wohl mit "ja" antworten, Gerechtigkeit wollen wir alle. Möchten Sie auch eine großzügige Gesellschaft? Eine Stelle, die sehr gut bezahlt wird, besser als der Durchschnitt? Ein Lob, auch wenn sie in dem konkreten Projekt vielleicht gar nicht so viel geleistet haben? Eine milde Bestrafung, obwohl sie sich eines Vergehens schuldig gemacht haben? Beides ist nicht so einfach miteinander in Einklang zu bringen, genau besehen widersprechen sich beide Ideen. Wenn ich im Einzelfall großzügig bin, bin ich immer auch ungerecht, da ich nicht in alles Fällen großzügig sein kann.

Gerne sehen wir, je nach dem in welcher Situation  sind, die Sache von der einen oder von der anderen Seite. Zum Beispiel sind Lehrer oft in einem Dilemma. Angenommen, für die  Abgabe einer Hausarbeit wurde ein fester Termin festgesetzt. Einige  Schüler fragen, ob sie auch noch einen Tag später abgeben dürfen. Der Lehrer korrigiert erst später und nimmt die Arbeiten daher noch an. Daraufhin beschweren sich die Schüler, die sich die Mühe gemacht haben,  den Termin einzuhalten, wegen Ungerechtigkeit. Entweder, der Lehrer setzt solche Termine "ohne Rücksicht auf Verluste" durch und sorgt so für 100%ige Gerechtigkeit, oder er versucht, den  Schülern so viel wie möglich entgegen zu kommen und möglichst viele  Leistungen mit möglichst wenig Druck zu ermöglichen - das dann mit der  Preis, dass solche Ungerechtigkeiten nicht zu vermeiden sind. Was wäre los, wenn der Lehrer die verspätet abgegebenen Ausarbeitungen nicht mehr angenommen hätte? Es wäre sicher gerecht gewesen, auch berechtigt, denn der Termin war vielleicht lange kommuniziert. Aber was  wäre dadurch gewonnen? Die Schüler, die sich ungerecht behandelt fühlen, hätten dadurch auch keine bessere Note erhalten. Dennoch ist es aus Ihrer Sicht in ihrer Situation nachvollziehbar, daß sie sich ärgern.

Ich persönlich denke, daß sich solche keinen Ungerechtigkeiten im Laufe der Zeit immer ausgleichen und daß so viel Großzügigkeit, wie praktikabel vertretbar ist, die beste Lösung ist.

Im Leben begegnen wir oft solchen Fragen, manchmal lassen Sie uns über eine lange Zeit nicht mehr los. Die Arbeit mit und an der eigenen Biographie oder auch ein (vorläufiger) Lebensrückblick kann für solche Fragen hilfreich sein: „Lose Enden“ wie offene Situationen und Beziehungen klären, sich selbst und seine Fähigkeiten und Erfolge neu kennen lernen und die eigene Lebens-Geschichte verstehen. Lassen Sie sich in unserem Seminar "Lebens-Landschaften" inspirieren zu einer Reise durch die Landschaft des eigenen Lebens, mit Höhenzügen und tiefen Schluchten, reißenden Flüssen und ruhigen Seen, offener Natur und verbauter Stadt.

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