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04.10.2012
11:47

Selbst-Hypnose beim Zahnarztbesuch

Vor kurzem stand bei mir ein Besuch beim Zahnarzt an. Er hat mir einmal wieder eindrücklich gezeigt, wozu wir alleine durch unsere Aufmerksamkeit in der Lage sind und wie wir diese Fähigkeiten nutzen können, um unsere Ziele zu erreichen.

Für mich sind Behandlungen beim Zahnarzt etwas sehr, sehr unangenehmes - da spielen nach wie vor Kindheitserinnerungen mit, auch wenn ich es inzwischen ganz gut hinbekomme.

Als ich auf den Behandlungsliege gelegen bin und der Arzt in meinem Mund zu arbeiten begann, merkte ich, wie sehr meine Aufmerksamkeit fokussiert war, und zwar genau auf den Punkt, an dem der Arzt gerade war. Ich war extrem aufmerksam und in meinem Erleben gab es nichts anderes. In höchster Spannung habe ich erspürt, was gerade passiert, und irgendwelche Gedanken der Art "Was ich noch tun muss" oder "Was ich hätte tun sollen", die uns sonst so gerne in unseren Köpfen herumrauschen, waren wie weggeblasen. Genau das ist eine hyponotische Trance, das ist eine stark fokussierte Aufmerksamkeit, das ist genau der Zustand, den wir sonst manchmal mühevoll zu erreichen versuchen.

Der Fokus war allerdings auf etwas gerichtet, das mich eher weniger gute Gefühle erleben ließ. Es war eine "Hab-Acht-Haltung" mit der Angst, im nächsten Moment könnte ein Schmerz kommen. Wenn der Schmerz dann tatsächlich kommt - mir ist das bei diesem Besuch erspart geblieben - dann wirkt er um so intensiver. Man sagt "Energie folgt der Aufmerksamkeit", und wenn die ganze Aufmerksamkeit auf dem Geschehen im Mund liegt, so wird ein dort ausgelöster Schmerz auch mit der ganzen "Energie" dieser Aufmerksamkeit erlebt.

Während mir die Behandlung also einmal wieder zeigte, zu welcher Fokussierung, wir Menschen fähig sind - und dass es uns oft leichter fällt, uns auf Angst machende oder schmerzhafte Dinge zu fokussieren, als auf angenehme - wollte ich meinen Fokus dann auch bewusst verschieben, um entspannter und gelassener zu werden. Die eine Möglichkeit ist es, dafür angenehme innere Bilder abzurufen - ein Spaziergang im Wald, Szenen aus dem letzten Urlaub, im Konzert sitzen und die Musik genießen. So funktioniert meist die Hypnose-Begleitung, die auch manche Zahnärzte selbst zu ihren Behandlungen anbieten.

Ich wollte es aber diesmal auf eine andere Art versuchen: Ich richtete meinen Fokus auf die Art von Gedanken, die sonst so präsent sind und oft präsenter als "eigentlich" gewollt - darauf, was als nächstes zu tun war, Planungen oder Vorbereitungen für Termine, auch Grübeln und Sorgen darüber, ob etwas klappen würde oder ähnliches, also die Art von Gedanken, die uns manchmal abends vom einschlafen abhalten möchten.

Ich habe also eine unwillkürlich ablaufende Fokussierung - die Konzentration auf den Zahnarzt und seine Behandlung - durch eine andere ersetzt, die oft ebenfalls unwillkürlich entsteht und daher schon gut "gebahnt" ist, also in der Kopf und Körper schon gut geübt sind. Auch wenn deren Inhalte nicht nur angenehmes Erleben fördern, so kann sie hilfreich sein, weil sie vielleicht leichter fällt als eine komplett positiv besetzte Vorstellung wie dem gemütlich-entspannten Sitzen im Café, dem Strandspazierungang oder Blumenwiese, aber trotzdem angenehmer ist als der Fokus auf dem Zahnarzt.

Und zum Abschluss noch eine Einladung: Wenn Sie das nächste Mal etwas Leckeres Essen, dann versuchen Sie doch mal, sich auf den Geschmack so zu fokussieren, wie auf den Zahn beim Zahnarzt. Da es der gleiche Ort ist – nämlich im Mund – gelingt Ihnen das vielleicht sehr einfach. Aber im Fokus steht diesmal etwas ungleich Angenehmeres. Genießen Sie ein intensives Geschmacks-Erlebnis.

Dieses Steuern des eigenen Fokus und die damit erreichten Wirkungen - ich nenne das dann "die vorgestellte Wirk-lichkeit" - ist letztlich das, was wir Selbsthypnose nennen. Wer sich in dem Beispiel vom Zahnarzt wiederfindet, weiß damit, dass er oder sie Selbsthypnose kann - tatsächlich kann es jeder Mensch und tut es ständig, nur meist nicht bewusst und zielgerichtet.

Wir können aber lernen, dieses Prinzip bewusst und zielgerichtet anzuwenden und so uns zu verändern und die Wirkungen, die auf uns wirken - also unsere Wirk-lichkeit - zu verändern. Zum Beispiel hier:

Selbsthypnose - Ein kraftvolles Werkzeug für Lebenskunst und Gesundheit: montags, 5 Abende, ab 08.10.2012, jeweils 19:30 - 21:30

Ich wünsche Ihnen und Euch Begeisterung und Vertrauen und freue mich auf ein tolles Seminar!

 

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