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04.04.2012
14:21

Gibt es Stress wirklich?

Was geht Ihnen durch den Kopf, wenn Sie das Wort "Stress" hören? Fühlen Sie sich angesprochen, ist das ein Thema in Ihrem Leben? Oder ist das eher etwas, was andere betrifft? Wenn man sich in den Medien umschaut, scheinen Stress und Burnout ein zentrales Thema zu sein. Prominente, die sich als "ausgebrannt" bezeichnet haben, haben sicher ihren Teil dazu beigetragen. Und die Wissenschaftler streiten darum, ob es eine "Burnout-Epidemie" gibt, oder ob das alles nur alter Wein in neuen Schläuchen sei. Letztlich kommt es sicher auf das individuelle Erleben des einzelnen an, also auf Sie wie auf mich. Doch auch da scheint vieles nicht so eindeutig zu sein, wie man vermuten würde:

Eine Bekannte von mir, Lektorin in einem großen Verlag, meinte, daß Bücher, die den Begriff "Stress" im Titel tragen, sich schlecht verkaufen würden. Ich selbst mache immer wieder die Erfahrung, daß Kunden, die mich als Referenten buchen, in den Ausschreibungen ihrer Seminare ebenfalls die Worte "Stress" oder "Burnout" vermeiden wollen. Auf der anderen Seite höre ich in privaten Gesprächen ständig Klagen über "zu viel Stress", über Belastungen und auch Ängste, auch die Vorträge sind meist sehr gut besucht. Das scheint paradox, oder? Kennen Sie so eine ähnliche Haltung auch bei sich? Welchen Zugang haben Sie zu Ihrem "Stresserleben" und wie gehen Sie damit um?

Mein Seminar habe ich "Stress-To-Flow" genannt, um auszudrücken, daß das Stresserleben als Ausgangspunkt weiterer Entwicklung wichtig ist, um den Weg zum Flow, also zum "in-Fluss-kommen" zu gehen. Ich halte es für hilfreich, zuerst eine Art "Bestandsaufnahme" zu machen - sich selbst zu beobachten und die eigenen Reaktionen und Verhaltensweisen kennen zu lernen. Erst wenn wir wissen, was genau in den "stressigen" Situationen passiert, können wir passgenaue neue Ideen für Veränderungen finden und umsetzen. Wie sieht Ihr ganz persönliches, individuelles Stress-Erleben im Arbeitsalltag aus? Worauf reagieren Sie wie? Welche Gedanken und Gefühle erleben Sie in solchen Situationen? Welche Bedeutung geben Sie diesen?

Über eigene Erfahrungen und Komentare dazu freue ich mich!

Diese und andere Ideen setzen wir um im nächste Praxiskurs Stress-To-Flow mit vielen Übungen und individuell abgestimmten Methoden. Er findet montags ab dem 16. April (5 Abende, jeweils 19:30 Uhr - 21:30 Uhr, außer am 30.4.) im Seminarraum in der Beethovenstrasse 8 statt. Mein besonderes Osterei für Sie: Wenn Sie sich bis Ostermontag abend per eMail oder telefonisch per Mailboxnachricht anmelden, erhalten Sie 15% Rabatt auf die Teilnehmergebühr. Bitte beachten Sie, daß der Rabatt nur gilt, wenn die Gebühr bis zum 13. April überwiesen wird.

Ich wünsche Ihnen und Euch für die Feiertage Entspannung, Wohlbefinden und Wärme!

07.03.2012
21:59

Eine Lektion von der anderen Seite der Erdkugel

Als ich heute nach Hause gefahren bin, habe ich im Radio eine Sendung zum Thema Fukushima – ein Jahr später gehört. Absolut beeindruckend fand ich die Aussage eines Fischers in einem Dorf, in dem bis jetzt gerade mal 20% der Betriebe wieder irgendwie aufgebaut sind und funktionieren, von den Unterkünften ganz zu schweigen. Er sagte sinngemäß, vor einem Jahr habe das Meer ihnen seine andere Seite gezeigt, aber davor habe es ihn und sein Dorf ernährt und reich beschenkt. Jetzt sei es wieder ruhig und friedlich.

Wir können uns sicher das Leid der Menschen, die diese dreifache Katastrophe mitgemacht haben, nicht vorstellen, und bekommen von Ihnen – wie ich es empfinde - solch eine Lehre erteilt. Unter diesen Umständen einen solchen Perspektivwechsel zu schaffen, auf hilfreiche und hoffnungsvolle Aspekte genau dieses Meeres zu schauen, dass vor einem Jahr Tod und Zerstörung gebracht hat, das inspiriert mich ungemein. Ich habe höchsten Respekt vor diesem Mann, auch wenn ich nur einen kurzen O-Ton im Radio von ihm gehört habe.

Auch für unser Leben, für die vielen kleinen und großen Probleme und Schwierigkeiten, kann der Wechsel der Sichtweise eine große Hilfe sein. Alles, was geschieht, hat belastende wie Kraft gebende und angenehme Aspekte und es liegt an uns, unsere Aufmerksamkeit darauf zu richten, was uns im Moment am besten tut. Deshalb ist der Perspektivwechsel auch einer der fünf Schritte im „Stress-To-Flow-Programm“ – Strategien gegen Stress und Burnout und für Gelassenheit, Energie und Freude!

Natürlich ist ein solcher Wechsel der Sichtweise oft nicht leicht, aber er lohnt sich. Ideen und Strategien dazu und zu den anderen Schritten hin zum Flow stelle ich am Montag, den 19.03.2012 um 19:30 Uhr beim Vortrag in der Abendakademie Mannheim und eine Woche später, am Montag, den 26.03.2012, ebenfalls um 19:30 Uhr, an der VHS Frankenthal vor. Der nächste Praxiskurs mit vielen Übungen und individuell abgestimmten Methoden findet dann über fünf Abende montags ab dem 16.04.2012 (jeweils 19:30 Uhr - 21:30 Uhr) im Seminarraum in der Beethovenstrasse 8 statt.

Welche Erinnerungen haben Sie an die Katastrophe vor einem Jahr? Hat sie Ihre Perspektiven – oder gar Ihr Leben - verändert? Ich bin gespannt auf Ihre Kommentare!

17.01.2012
00:31

Selbst-Bewusstein im Sternenhimmel

Als ich heute Abend nach Hause gekommen bin, durfte ich vom Hof unseres Hauses aus eine wunderbaren Sternenhimmel genießen. Die Luft war klar, kein Mond am Himmel und – hier bei uns an der Weinstrasse – kaum Strassen- und Hausbeleuchtungen. Neben den großen, hellen Sternen und Planenten sind viel kleinere, schwächer leuchtende Himmelskörper zu erkennen und bilden gemeinsam ein unvergleichliches Lichtermeer über uns.

Wer in einer großen Stadt oder gar in einem Ballungsraum wohnt, der wird dieses Erlebnis nicht vor seiner Haustür finden können. Der Dunst vieler Abgase und die Lichter der Stadt verschleiern die Sterne, vor allem die kleinen, weiter entfernten und schwach leuchtenden. Der Eindruck mag immer noch erhebend sein, kann aber nur ein schwaches Abbild jenes Erlebnisses sein, das ich heute genießen durfte.

Und wer in einer Stadtlandschaft wie Los Angeles oder NewYork geboren worden ist und vielleicht nie bewusst auf dem Land nach oben geschaut hat, der weiß vielleicht gar nichts von der Pracht am Himmel.

Mit unserem Selbst-Bewusstsein ist es genauso. Wenn wir all den Dunst, den Nebel und die Lichter von außen durchdringen können, dann finden wir all die Sterne, die in uns leuchten, all die Ressourcen, Fähigkeiten und Talente, die in uns schlummern, von denen wir bisher vielleicht gar nichts ahnen.

Es ist kaum möglich, in Los Angeles alles Lichter auszuschalten (vom Stromausfall mal abgesehen) und die Luftverschmutzung so lange auszusetzen, bis sich die Atmosphäre geklärt hat. Unser eigenes Bewusstsein zu klären, ist viel einfacher als das – wenn auch nicht immer leicht. Doch es lohnt sich, so wie sich der Blick auf den Sternenhimmel heute Abend gelohnt hat.

Und falls Sie nun denken, dass es bei Ihnen nichts zu entdecken gäbe – die Sterne sind überall, über Mannheim, Bad Dürkheim, Los Angeles und New York. Sie sind nur nicht überall gleich sichtbar. Genauso ist es mit unseren Ressourcen. Sie sind immer da, aber wir sehen oder spüren sie nicht immer.

Wenn Sie Ihr Selbst-Bewusstsein klären wollen, einen ungetrübten Blick auf Ihre Ressourcen werfen möchten, dann können Sie damit anfangen, den Dunst und die störenden Lichter weniger zu beachten und sich auf einen Stern, auf einen wohltuenden Aspekt konzentrieren. Welcher das ist, werden Sie entdecken – vielleicht eine Blume oder ein Inneres Bild von einer schönen Landschaft, eine Melodie oder das Gefühl, gestreichelt zu werden. Gönnen Sie sich jeden Tag ein paar Minuten mit dem Fokus auf diesem einen Stern und beobachten Sie, welche anderen Sterne wie von alleine auftauchen.

Über einen Kommentar dazu freue ich mich sehr. Welche Erfahrungen haben Sie gemacht?

Und wenn jemand ein schönes, selbst gemachtes Foto von einem Sternenhimmel hat und es mir zur Verfügung stellen würde, dann könnte ich den Beitrag noch bebildern. Einfach an mich mailen. Danke!

26.06.2011
16:58

Illusion oder Realität?

Illusion oder Realität?

Heute geht das Festival des deutschen Films in der kleinen Zeltstadt auf der Ludwigshafener Parkinsel zu Ende. Wenn Sie schon einmal dort waren, kennen Sie diesen wunderschönen Ort, falls nicht, gibt es im nächsten Jahr auch wieder ein Festival. Aber ich möchte gar nicht so viel dafür werben, es geht mir um die Wirkungen, die Filme haben können, und darum, wie wir das für unser Leben nutzen können.

Wenn wir uns einen Film ansehen, dann wissen wir, dass eine erfundene Geschichte erzählt wird. Wir wissen auch, dass wir flimmernde Lichtpunkte anschauen und die Szenen nicht „wirklich“ vor unseren Augen geschehen. Wir wissen genauso, dass manches von dem, dem wir gebannt folgen, noch nicht einmal „real“ mit Menschen oder Gegenständen gespielt worden ist, sondern am Computer entstanden ist, also letztlich nur aus Nullen und Einsen besteht.

Und trotz all dieses Wissens schauen wir uns Filme an, leiden mit den Figuren mit, änsgtigen uns vor den Bedrohungen, genießen das Gefühl des Verliebseins wieder einmal mit und freuen uns über ein Happy End. Ich selbst empfinde einen Film dann als gut, wenn er mich etwas erleben lässt, wenn er bei mir Gefühle auslöst, wenn ich mich mit einer oder mehreren Figuren identifizieren kann, wenn ich empfinde, als ob ich selbst in der Situation wäre, die erzählt wird. Und auch, wenn er zum Nachdenken anregt, oft auch noch lange über das Anschauen hinaus. Ein guter Film verändert dass, was ich erlebe. Er gibt mir die Möglichkeit, Situationen zu durchleben, die in meinem "richtigen" Leben nicht vorkommen.

Wie geht es Ihnen? Sehen Sie sich Filme überhaupt an? Und falls ja, was erwarten Sie von einem guten Film? Schreiben Sie doch einen Kommentar dazu!

Wenn wir etwas in unserem Leben verändern möchten – sei es unser Verhalten oder unsere Gefühle in bestimmten Situationen, unsere Beziehungen zu anderen Menschen, unseren Körper oder was auch immer es ist – dann suchen wir ebenfalls nach einem neuen Erleben. Bei vielen Gelegenheiten gelingt uns das ganz einfach, wir fassen einen Entschluss und denken, fühlen und tun etwas Neues.

Immer dann, wenn das nicht so einfach geht, kann uns unsere Vorstellungskraft helfen. Genau so, wie ein Film im Kino unser Erleben verändert, kann auch ein „innerer Film“ uns verändern und uns genau da hin führen, wo wie hin wollen. Der „innere Film“ kann uns beispielsweise zeigen, was wir tun, wenn wir unser Ziel schon erreicht haben. Oder den Weg dorthin. Oder er lenkt unsere Aufmerksamkeit auf die Gefühle, die wir gerne haben möchten. Und auch wenn wir diese Imaginationen als „Illusionen“ oder „Einbildungen“ oder „Phantasien“ bezeichnen, sie wirken auf uns genau so wie ein Film, von dem wir das gleiche denken. Wenn wir es geschehen lassen, können unsere Vorstellung wirken, und wirken heisst nichts anderes als Wirklichkeit werden. Sie können so die Regie für Ihren Lebensfilm übennehmen.

Vielleicht haben Sie schon Erfahrungen gemacht mit solchen „inneren Filmen“. Schreiben Sie Ihre Erlebnisse in einem Kommentar, wenn Sie möchten. Im Rahmen unserer Selbsthypnose-Kurse, aber auch in den speziellen Kursen zum Stressabbau und zu Beziehungen lernen Sie verschiedene Techniken kennen, mit denen Sie Ihre „inneren Filme“ hilfreich und zielführend gestalten können. Probieren Sie es aus, denn erst wenn es für Sie in der Praxis funktioniert, ist es auch sinnvoll!

11.04.2011
01:00

Was erwarten Sie?

Was erwarten Sie?

Ich fuhr vor ein paar Tagen durch und hoffte auf einen Parkplatz, da ich noch eine Kleinigkeit einkaufen wollte und zum nächsten Termin spät dran war. Bestellt – geliefert, vor mir bot sich eine wunderbar gelegene Parklücke an. Ich blinkte und fuhr seitlich ran, knapp an der Lücke vorbei um seitwärts einzuparken. Als ich mich umdreht, schaute ich auf einen silbernen Opel, der schätzungsweise einen halben Meter hinter mir stand, eine ältere Dame am Steuer.

Aha, dachte ich, zu spät reagiert, ist aber kein Problem. Ich fuhr einen Meter nach vorne, so dass die Dame an mir vorbeifahren konnte. Sie fuhr aber auch diesen Meter nach vorne und stand immer noch direkt hinter mir. Für meine Handzeichen, die auf die Parklücke deuteten, erntete ich nur einen verständnislosen Blick. Na gut, sie versteht nicht, was ich meine. Ich stieg aus und sagte zu ihr, dass ich in die Parklücke fahren möchte. Für mich war klar, dass sie spätestens dann begreifen müsste, dass sie an mir vorbeifahren muss. Stattdessen kam als recht aggressive Erwiderung: „Und, soll ich mich jetzt in Luft auflösen?“

 „Nein“, antwortete ich, nun selbst deutlich genervt, „an mir vorbeifahren!“ Sie ließ ihr Seitenfenster wieder hochfahren und starrte geradeaus. Ich begriff, dass die Kommunikation damit beendet war und gab auf – aber mit einer richtigen Wut im Bauch. Ich fuhr wieder ein paar Meter vor bis zu einem LKW, der die Spur halb blockierte und wartete. Vielleicht könnte ich mit etwas Glück noch zurückfahren. Was machte die Dame? Sie ahnen es sicher, sie blieb in gleich bleibendem Abstand hinter mir. Aber irgendwann musste es ihr dann gedämmert sein, dass sie so nicht weiter kommen würde und spätestens an dem LKW vorbei musste. Sie schaffte es schließlich, an mir vorbei zu fahren. In „meine“ Lücke fuhr gerade ein anderes Auto.

Ich fand kurz darauf noch eine Lücke weiter entfernt, aber diese Situation sollte mich noch beschäftigen. Welches Ziel hatte ich mit meinen Reaktionen verfolgt? Wie kam es, dass eine simple Parklücke zu solch einem Ärger führte?

Es war das Gefühl, gleichzeitig „im Recht“ und vollkommen ohnmächtig zu sein. Hilflosigkeit erzeugt Stress. Und dabei kommt es nicht auf eine „objektive“ Wichtigkeit eines Ereignisses an – die Parklücke ist in meinem Leben nun wirklich nur eine Randerscheinung. Es war der gefühlte Unterschied zwischen meiner Erwartung und dem, was ich glaubte, gestalten zu können. Meine Erwartung war, dass mit meinem „Recht“ auf diese Parklücke die Dame weiterfahren müsse. Und ich ging automatisch davon aus, dass sie dass auch so sehen müsse. Diese Erwartung war wie ein Käfig für mich, aus dem ich nicht herauskam.

Die „Landkarte“ der anderen Fahrerin war dagegen – so vermute ich – ein vollkommen andere. Ihre Erwartung war vielleicht, einfach weiter geradeaus fahren zu können, möglichst ohne Spurwechsel. Darauf hatte sie in Ihrer Sicht genauso ein „Recht“.

Stress entsteht immer dann, wenn die Welt nicht unseren Erwartungen entspricht. Und oft laufen dann festsitzende Programme ab. Achtsamkeit ermöglicht es uns, zu erkennen, welche Programme es sind, die unser Organismus laufen lässt. Erst dann können wir geeignete Mittel und Wege finden, etwas zu verändern – seinen es unsere Erwartungen oder die Haltung dazu, wenn unsere Erwartungen enttäuscht werden.

Die HUNA-Philosophie bietet dafür viele Ideen und Werkzeuge. Ein wichtiges Prinzip lautet „Es gibt keine Grenzen“ – die Grenzen, die uns gefangen halten, schaffen wir meist selbst, so wie meine Erwartung in Bezug auf den Parkplatz. Grenzen, die wir selbst geschaffen haben, können wir jedoch auch selbst wieder auflösen. Mehr dazu erfahren Sie beispielsweise im HUNA-Einführungsseminar am Samstag, den 16. April in unserer Praxis.

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