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Was erwarten Sie?
Was erwarten Sie?
Ich fuhr vor ein paar Tagen durch und hoffte auf einen Parkplatz, da ich noch eine Kleinigkeit einkaufen wollte und zum nächsten Termin spät dran war. Bestellt – geliefert, vor mir bot sich eine wunderbar gelegene Parklücke an. Ich blinkte und fuhr seitlich ran, knapp an der Lücke vorbei um seitwärts einzuparken. Als ich mich umdreht, schaute ich auf einen silbernen Opel, der schätzungsweise einen halben Meter hinter mir stand, eine ältere Dame am Steuer.
Aha, dachte ich, zu spät reagiert, ist aber kein Problem. Ich fuhr einen Meter nach vorne, so dass die Dame an mir vorbeifahren konnte. Sie fuhr aber auch diesen Meter nach vorne und stand immer noch direkt hinter mir. Für meine Handzeichen, die auf die Parklücke deuteten, erntete ich nur einen verständnislosen Blick. Na gut, sie versteht nicht, was ich meine. Ich stieg aus und sagte zu ihr, dass ich in die Parklücke fahren möchte. Für mich war klar, dass sie spätestens dann begreifen müsste, dass sie an mir vorbeifahren muss. Stattdessen kam als recht aggressive Erwiderung: „Und, soll ich mich jetzt in Luft auflösen?“
„Nein“, antwortete ich, nun selbst deutlich genervt, „an mir vorbeifahren!“ Sie ließ ihr Seitenfenster wieder hochfahren und starrte geradeaus. Ich begriff, dass die Kommunikation damit beendet war und gab auf – aber mit einer richtigen Wut im Bauch. Ich fuhr wieder ein paar Meter vor bis zu einem LKW, der die Spur halb blockierte und wartete. Vielleicht könnte ich mit etwas Glück noch zurückfahren. Was machte die Dame? Sie ahnen es sicher, sie blieb in gleich bleibendem Abstand hinter mir. Aber irgendwann musste es ihr dann gedämmert sein, dass sie so nicht weiter kommen würde und spätestens an dem LKW vorbei musste. Sie schaffte es schließlich, an mir vorbei zu fahren. In „meine“ Lücke fuhr gerade ein anderes Auto.
Ich fand kurz darauf noch eine Lücke weiter entfernt, aber diese Situation sollte mich noch beschäftigen. Welches Ziel hatte ich mit meinen Reaktionen verfolgt? Wie kam es, dass eine simple Parklücke zu solch einem Ärger führte?
Es war das Gefühl, gleichzeitig „im Recht“ und vollkommen ohnmächtig zu sein. Hilflosigkeit erzeugt Stress. Und dabei kommt es nicht auf eine „objektive“ Wichtigkeit eines Ereignisses an – die Parklücke ist in meinem Leben nun wirklich nur eine Randerscheinung. Es war der gefühlte Unterschied zwischen meiner Erwartung und dem, was ich glaubte, gestalten zu können. Meine Erwartung war, dass mit meinem „Recht“ auf diese Parklücke die Dame weiterfahren müsse. Und ich ging automatisch davon aus, dass sie dass auch so sehen müsse. Diese Erwartung war wie ein Käfig für mich, aus dem ich nicht herauskam.
Die „Landkarte“ der anderen Fahrerin war dagegen – so vermute ich – ein vollkommen andere. Ihre Erwartung war vielleicht, einfach weiter geradeaus fahren zu können, möglichst ohne Spurwechsel. Darauf hatte sie in Ihrer Sicht genauso ein „Recht“.
Stress entsteht immer dann, wenn die Welt nicht unseren Erwartungen entspricht. Und oft laufen dann festsitzende Programme ab. Achtsamkeit ermöglicht es uns, zu erkennen, welche Programme es sind, die unser Organismus laufen lässt. Erst dann können wir geeignete Mittel und Wege finden, etwas zu verändern – seinen es unsere Erwartungen oder die Haltung dazu, wenn unsere Erwartungen enttäuscht werden.
Die HUNA-Philosophie bietet dafür viele Ideen und Werkzeuge. Ein wichtiges Prinzip lautet „Es gibt keine Grenzen“ – die Grenzen, die uns gefangen halten, schaffen wir meist selbst, so wie meine Erwartung in Bezug auf den Parkplatz. Grenzen, die wir selbst geschaffen haben, können wir jedoch auch selbst wieder auflösen. Mehr dazu erfahren Sie beispielsweise im HUNA-Einführungsseminar am Samstag, den 16. April in unserer Praxis.
Welche Erfahrungen haben Sie gemacht? Schreiben Sie einen Kommentar!
Nur geträumt?
Nur geträumt?

Heute hatte ich einen Traum. Wir waren in Australien. Ich kann weder sagen, wo genau (ich war noch nie in „Realität“ dort), noch mit wem. Aber es waren vertraute Menschen.
Während ich diese Zeilen tippe, fängt das lebhafte Bild etwas an zu verblassen. Dabei bin ich schon seit über einer Stunde wach. Wenn Sie sich Ihre Träume besser merken wollen, ist es ein guter Hinweis, sich nach dem Aufwachen auf die Situation des Traumes zu konzentrieren, bei der man aufgewacht ist, und sich von dort weiter nach vorne „durch-zu-erinnern“.
Ich kann Felsentürme und Wasser sehen, aber auch Highways, eine Brücke und eine Stadt. Irgendwann habe ich in die Runde gefragt, wie viel Uhr es sei und es gab eine Uhr, die auf 16 Uhr stand. Für 16 Uhr war aber auch unser Abflug terminiert – wir hatten ihn also verpasst. Daher machten wir uns auf den Weg zu unserer Unterkunft. Es gab aber keinerlei Gefühle von Ärger, Stress oder Angst, wie man vielleicht erwarten könnte.
Zurück in unserem Hotel begann ich, mein Gepäck neu zu verpacken, Ich hatte zwar alles schon zusammen, doch es war viel zu viel und außerdem teilweise noch in Pappkartons. Ich packte um, während alle mit ihrem Gepäck in die Lobby kamen. Draußen wartete unser Bus, aber es war noch genügend Zeit, keiner war in Eile. Jemand meinte, dass Quantas (die australische Fluggesellschaft) sehr großzügig sei mit Zeiten und mit Gepäck.
Ich fing an, die Dinge aus den Kartons mit in die Koffer zu packen und überlegte, was ich dort lassen sollte. Es gab auch einen Keller, der einem guten Bekannten oder Freund gehörte, in dem ich einzelne Teil lassen könnte. Auch wenn ich keine Ahnung hatte, ob und wann ich wieder dorthin kommen würde. In aller Ruhe tat ich Stück für Stück in den Koffer, auch wenn sich immer noch ein neues Teil fand, dass es unterzubringen galt.
Es passte aber auch immer mehr in die Koffer.
In der Lobby gab es auch noch ein Art Rezeption, an der wir uns anstellten. Ich weiß nicht, was genau wir dort tun sollten, vielleicht wurde das Gepäck registriert. Die freundliche Dame dort war jedenfalls sehr ruhig und gelassen und ich dachte noch „typisch Australien“ ... sie hatte allerdings einen österreichischen Akzent ...
Jetzt war ich dabei, Kleinigkeiten in die Lücken in einem Koffer zu verteilen. Es waren die Wagen einer Holzeisenbahn dabei.
Ungefähr an dieser Stelle bin ich aufgewacht. Ich habe mich noch eine Zeitlang auf die Bilder konzentriert, sie waren sehr präsent. Erst als ich – immer noch ein wenig in Australien – ins Bad ging um mich für den Tag bereit zu machen, kam ich auf die Idee, die Geschichte fertig zu träumen. Ich habe mich gesetzt und bin mit zwei vollen Koffern, aber ohne einen Karton in den Bus gestiegen, in Frankfurt wieder ausgestiegen, habe die Koffer am Gepäckband abgeholt und bin ohne Probleme durch den Zoll gegangen.
Sind Träume Symbole, Zeichen, Erinnerungen, Reste des Tages, wirres Rauschen des Unbewussten? In der systemischen Sichtweise (ebenso wie im Huna) können sie all das sein. Es liegt an uns selbst, ihnen eine Bedeutung zuzumessen – oder auch nicht.
Für mich passte das Bild des Koffers, in den so viel hineingepackt werden soll, auf meine gegenwärtige Situation. Darauf, dass es so vieles gibt, dass ich tun möchte, und es manchmal mehr zu sein scheint, als in meine Zeit passt. Deshalb war es mir wichtig, dass Bild zu Ende zu träumen. Das gute Gefühl zu erleben, alles in die Koffer zu bekommen und die Koffer gut mit nach Hause zu bringen. Das Vertrauen zu erleben darin, dass ich selbst es in der Hand habe.
Vielleicht mögen Sie sich nun fragen, was bedeutet der Traum nun „ganz ganz echt wirklich“ bedeutet (Der Ausdruck stammt von Dr. Gunther Schmidt, dem Begründer der hypno-systemischen Sichtweise)? Wie gesagt, ich war in der „Alltagsrealität“ noch nie in Australien, und ich reise zwar gerne mit recht viel Gepäck, habe aber bisher weder einen Flug verpasst, noch bin ich jemals mit Kartons gereist. Aber das, was sich in meinem Traum und danach in meiner Vorstellung abgespielt hat, hat eine Wirkung auf mich, es macht Sinn und ist bedeutend. Insofern ist es auch „Wirk“-lichkeit. Und ich habe diese Wirklichkeit schließlich beeinflusst, indem ich meine Aufmerksamkeit auf das Geschehen fokussiert habe – im Traum vielleicht noch eher unwillkürlich, nach dem „Aufwachen“ dann bewusst und willkürlich. Damit habe ich eine bestimmte Bedeutung und eine Wirkung geschaffen. Die Erinnerung daran ist Erinnerung an „Wirk“-lichkeit. Ich bin selbst für diese Wirklichkeit verantwortlich, und so wie ich sie gestalte ist sie „ganz ganz echt wirklich“.
Anders formuliert: Die Frage, die ich mir stelle, lautet also nicht „Warum ist es so?“ sondern „Wozu kann ich es nutzen?“
Wenn auch Sie lernen wollen, wie Sie den Fokus Ihrer Aufmerksamkeit bewusst und effektiv einsetzen können, um Wirkungen und Bedeutungen zu verändern – also um ihre Wirklichkeit zu verändern – dann empfehle ich Ihnen den SELBSTHYPNOSE KURS ab Montag, den 28. Februar 2011 bei uns in der Praxis. Am Montag, den 21. Februar gibt es außerdem einen Infoabend. Bitte melden Sie sich zu beiden Veranstaltungen vorher an!
Und ganz besonders freue ich mich über Kommentare und weitere Traum-Erlebnisse! Einfach unten eingeben. Wenn Sie Ihre E-Mail-Adresse angeben, wird diese selbstverständlich nicht veröffentlicht.
Der gemeinsame Nenner, der gar nicht so klein ist
Meditation, Achtsamkeit, Hypnose und Selbsthypnose, Schamanisches Reisen, Qi Gong ... viele von Ihnen werden mit der einen oder anderen „Methode“ schon gearbeitet oder zumindest davon gelesen haben, manche auch mit mehreren. Und vielleicht haben Sie sich auch schon gefragt, was denn Gemeinsamkeiten und Unterschiede sind.
Meiner bisherigen Erfahrung nach ist der „kleinste gemeinsame Nenner“ die Steuerung von Aufmerksamkeit. In alle Schulen und Techniken steht der Schritt von unserem Alltagsbewusstsein mit seiner Flut von äußeren Eindrücken und inneren Gedanken hin zu einem „ruhigen Geist“ am Anfang und im Zentrum der Praxis. Ein „ruhiger Geist“, das bedeutet zuerst einmal, in eine Art beobachtende Haltung zu kommen, die Vielfalt und oft auch Hektik im Alltag aus einer gewissen Distanz wahrnehmen zu können und nicht jeder Idee gleich folgen zu müssen. Wir nehmen unsere Aufmerksamkeit zurück und ruhen sie gleichsam aus. Dann fängt der Geist automatisch an, „herunterzufahren“. Wenn wir diesen Zustand erreicht haben, können wir unsere Aufmerksamkeit wie schwebend ruhen lassen oder auf etwas bestimmtes fokussieren. Je nach dem, welches Ziel ich verfolge, sind unterschiedliche Arten der Aufmerksamkeitsfokussierung sinnvoll.
Haben Sie schon einmal bewusst mit Ihrer Aufmerksamkeit experimentiert? Wenn Sie möchten, stellen Sie sich an beispielsweise ein Fenster und betrachten Sie das Bild, das sich Ihnen zeigt. Suchen Sie sich einen Punkt wie einen Baum, ein Gebäude oder eine stehendes Auto aus und konzentrieren Sie sich ganz darauf. Betrachten Sie die Details und fokussieren Sie noch weiter, vielleicht auf ein Stamm des Baumes, ein Fenster des Gebäudes oder den Scheinwerfer des Autos. Lassen Sie dann nach ein paar Augenblicken den Blick weicher werden und versuchen, Sie, Ihr gesamtes Blickfeld wahrzunehmen, ohne sich auf einen Punkt zu konzentrieren. Gehen Sie von dem eben fokussierten Punkt aus und entspannen Sie Sie Ihre Augen, bis Sie Ihre Aufmerksamkeit bis in den peripheren Bereich ausgedehnt haben, ohne die Augen zu bewegen. Merken Sie den Unterschied?
Dieser gemeinsame Nenner ist übrigens gar kein „kleiner“ – im Gegenteil, hier liegt ein großer Teil des Geheimnisses all dieser wohltuenden, heilsamen und hilfreichen Ideen. Auch in der hawaiianischen Lebensphilosophie HUNA ist die Aufmerksamkeit ein zentrales Werkzeug, denn „Energie folgt der Aufmerksamkeit“.
Ich freue mich sehr, wenn Sie mit der Kommentarfunktion über Ihre eigenen Erfahrungen oder Gedanken zu dem Thema berichten!
Coming Home
"Coming Home"
Kennen Sie das Gefühl, beim Lesen eines Buches, beim Hören eines Vortrages, bei einem Gespräch oder Ähnlichem genau das zu sehen, zu hören, zu erleben, was Sie "eigentlich" schon immer gedacht oder gefühlt haben, aber nie so in angemessene Worte und klare Gedanken fassen konnten wie in diesem Buch oder Vortrag oder Gespräch? Es fühlt sich ein wenig an wie nach Hause zu kommen, ohne vorher definieren zu können, wo dieses "zu Hause" eigentlich ist. Eine neue Klarheit gibt Sicherheit und Kraft. Ein solches Erlebenis hatte ich (mal wieder) am vergangenen Wochenende bei einem Workshop mit Serge Kahili King. Sein Thema ist eine Lebensphilosophie aus Hawaii, die sich HUNA nennt. Basierend auf alten Traditionen hat er das System in eine Form gebracht, die es für unsere "moderne" Lebens- und Denkweise kompatibel macht. Genauer gesagt, ist diese Lebensphilosophie selbst schon kompatibel mit allen möglichen Denkweisen - denn das erste Prinzip des HUNA lautet "Die Welt ist so wie Sie denken daß sie ist" oder anders ausgedrückt "Wir schaffen unsere Wirklichkeit selbst". Zusammen mit dem Prinzip "Die Wirksamkeit ist das Maß der Wahrheit" heisst daß, daß wir uns jederzeit entscheiden, die Wirklichkeit zu erleben, die für unser gegenwärtiges Ziel am effektivsten ist. Wenn Sie jetzt sagen "Das stimmt doch gar nicht, manchmal habe ich doch keine Wahl", dann kann ich das gut nachvollziehen. Oft erleben wir genau das. Das heisst aber in dieser Sichtweise nicht, daß wir tatsächlich keine Wahl hätten, sondern daß unsere Wahl unbewusst getroffen worden ist. So wir wir nicht mehr bewusst darüber nachdenken, wie wir einen Fuß vor den anderen setzen (was wir beim Laufen-Lernen durchaus machen mussten!), so denken wir auch bei vielen anderen Entscheidungen nicht mehr bewusst nach. So lange wir mit den Konsequenzen zufrieden sind, ist dagegen auch gar nichts zu sagen. Es ist sogar notwendig, denn wenn wir alles bewusst machen müssten, würde wir nicht allzu weit kommen (Denken Sie nur an das Laufen!). Wenn wir aber etwas erleben, was uns unangenehm ist oder worunter wir leiden, dann hilft es, wenn wir die Chance nutzen, auf unsere unbewussten Entscheidungen bewusst Einfluss zu nehmen. Dabei hilft uns ein weiteres HUNA-Prinzip: "Die Energie fliesst dahin, wo die Aufmerksamkeit hingeht". Je nach dem, worauf wir unseren Fokus richten, stärken oder schwächen wir bestimmte Erfahrungen in uns. Ob wir uns also als entweder als hilflos oder als stark und aktiv erleben, können wir beeinflussen, indem wir unsere Aufmerksamkeit lenken. Eine sehr effektive Methode hierfür ist die Selbsthypnose, denn sie erlaubt es uns, Aufmerksamkeit dauerhaft und karftvoll zu konzentrieren und für unsere Ziele zu nutzen. Vielleicht kann dieser Text eine kleine Erinnerung daran sein, daß Sie das bereits können. Oder er motiviert Sie, sich (wieder?) näher damit zu beschäftigen.

